Bartlaubsänger

Mitte Oktober 2026 gelang ein weiterer Erstnachweis eines absoluten Ausnahmegastes in den Rieselfeldern: Ein Bartlaubsänger (Phylloscopus schwarzi) konnte gefangen, vermessen und beringt werden.
Ein extrem seltener Gast aus der sibirischen Taiga
Der Bartlaubsänger hat sein Verbreitungsgebiet in der südsibirischen Taiga, der Mandschurei und in Teilen Koreas. Seine Winterquartiere liegen im tropischen Südostasien.
Dass sich vereinzelte Individuen im Herbst nach Europa verirren, wird primär auf das Phänomen der sogenannten „Reverse Migration“ (Umkehrzug) zurückgeführt. Die Vögel fliegen aufgrund eines genetischen Fehlimpulses statt nach Südosten in die exakt entgegengesetzte Richtung nach Nordwesten. Während die Art im Oktober an den europäischen Küsten fast jährlich in geringen Zahlen nachgewiesen wird, sind Fänge im mitteleuropäischen Binnenland eine extreme Seltenheit. In Nordrhein-Westfalen ist dies erst der dritte Nachweis der Art. Die ersten beiden Nachweise gelangen auch jeweils im Oktober in der Nähe von Düsseldorf (2009) und im Hervester Bruch in Dorsten (2020).
Besondere Merkmale
Beim Bartlaubsänger fällt sofort die prägnante Kopfzeichnung mit dem sehr breiten, cremefarbenen Überaugenstreif, der nach hinten breiter wird und über dem Auge dunkel gerandet ist, auf.


Im Vergleich zum heimischen Fitis und Zilpzalp oder anderen Ausnahmegästen wie dem Gelbbrauenlaubsänger fallen beim Bartlaubsänger die deutlich kräftigere Statur, die orange-fleischfarbenen Beine und die intensiv gelben Unterschwanzdecken auf.

